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Das neue Billy-Idol-Album
"Devil's Play- ground" führte
zu einem der erstaunlichsten Comebacks
des an Comebacks nicht gerade armen
Jahres: Niemand wollte es, niemand
rechnete damit, aber als es so weit war,
fanden es schließlich alle amüsant.
Nach einer Pause von mehr als zehn
Jahren präsentierte sich der indes 50-jährige
Idol so, wie man ihn seit den Achtzigern
noch gut in Erinnerung hatte. Ganz in
Leder, mit rebellisch hoch gezogener
Oberlippe und wasserstoffblondem Haar,
das er mit viel Liebe zu einer herrlich
unzeitgemäßen Stachelfrisur gezwirbelt
hatte. Auch die Musik warf kein neues
Licht auf Idols Werk: Quietschende
Gitarren in Kombination mit grummelnd nölendem
Gesang, mit dem sich Idol als ewig
jugendlicher Außenseiter ausweist, der
gegen das Spießertum seiner
Elterngeneration aufbegehrt. Zur
inhaltlichen Bekräftigung wird in den
Liedern deshalb ganz viel ganz schnell
Motorrad gefahren, immer schön der
Freiheit und einem Leben ohne Zwänge
entgegen. Kurzum: Das Album war in
kultureller Hinsicht etwa so bereichernd
wie ein angenehm nutzloses
Weihnachtsgeschenk, das man erst mit
mehrmonatiger Verspätung überreicht
bekommt - weshalb es letztlich auch
konsequent war, das ein zentraler Titel
des Werks "Yellin' At The Christmas
Tree" hieß, obwohl das Album erst
im März erschien.
Besonders schön an Idols Comebacks
ist allerdings, dass er nicht allein zurückgekommen
ist, sondern auch seinen alten
Gitarristen Steve Stevens mitgebracht,
der nach wie vor so aussieht, als würden
auf seinem Kopf eine Horde Katzen
hausen. Gemeinsam geben sie der
Gestrigkeit eine Chance. Das versuchen
zwar viele Stars aus vergangenen Tagen,
doch die meisten suchen sich dafür den
rechten Augenblick aus und warten ein
dazu passendes Revival ab. Nicht so Idol
und Stevens. Sie zeigen sich als wahre
Überzeugungstäter und Individualisten
und stemmen sich tapfer gegen den
Musikgeschmack und auch den Lauf der
Zeit. Anhören muss man sich das nicht,
doch Anschauen lohnt sich in diesem Fall
unbedingt.
Billy Idol am Sonnabend (26. 11.) ab
20 Uhr in der Arena (Treptow),
Eichenstr. 4, Karten: 23 27 57 77.
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