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Billy
Idol: Rock mit Spaß und Energie
Von Heinrich Oehmsen
Hamburg - Eigentlich
war Billy Idol weg vom Fenster, weiter weg
geht gar nicht. Das letzte Studioalbum
1993 floppte, ein Jahr später überlebte
der Sänger eine Überdosis Drogen. Doch
Idol gab nicht auf, zog sich an seinem
blonden Schopf aus diesem Sumpf und
musikalischer Krise. Vor ein paar Wochen
kam mit "Devil's Playground"
wieder ein solides Album des britischen
Rockers heraus. Und Fans hat er immer noch
in Hülle und Fülle. Sein Konzert am
Sonnabend im Stadtpark jedenfalls war
ausverkauft - was man angesichts der großen
Konkurrenz in Hamburg auch erst mal
schaffen muß.
Idol und seine
erstklassige Band inklusive Gitarrist
Steve Stevens entschädigten mit einem
energiegeladenen Konzert für den
schwachen Auftritt, den sie Anfang der
90er Jahre in der Alsterdorfer Sporthalle
runtergeschrubbt hatten.
Idols Waschbrettbauch
signalisierte, daß er mehr Zeit in
Fitnessstudios als in Kneipen verbringt,
die Stimme des 49 Jahre alten Punkrockers
hat unter den früheren Exzessen nicht
gelitten. Mehr als zwei Stunden lang gaben
die vier Musiker Vollgas und hauten einen
Hit nach dem anderen raus: "White
Wedding", "Eyes Without A
Face", "Sweet Sixteen" und
natürlich "Flesh For Fantasy"
und "Rebel Yell". Bei
"Heartbreak Hotel" gab Idol die
gekonnte Elvis-Presley-Imitation, bei
weiteren Cover-Versionen erwies er den
Doors ("L.A. Woman") und den Who
("Who Loves You?") seinen
Respekt.
Billy Idol bedient alle
möglichen Popstar-Klischees, er ist ein
Relikt aus längst vergangenen Rock-Tagen,
aber dennoch hat sein Auftritt sehr viel
Spaß gemacht. Weil er weiß, was er
seinen Fans geben muß. Weil das
musikalische Fundament solide ist und die
Songs einfach großartig und ohne
Verfallsdatum.
erschienen am 6.
Juni 2005 in Kultur / Medien
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