|
Review:
Billy Idol!
Worte zu finden, die der Show von Billy
Idol vom 3.11. in der Maag Eventhall in Zürich
gerecht werden, ist schwierig! Hier ein
Versuch... |
|

"I am Billy Fucking
Idoooooool!"
Mit diesen Worten verabschiedete sich Billy
Idol am Samstagabend, 3.11., nach
einer gut zweieinhalb stündigen Show von
der tobenden Menge in der seit Monaten
ausverkauften Maag Eventhall in Zürich.
Zweieinhalb Stunden, in denen der
wasserstoffblonde Punkrock-Urvater und -Übergott
den hintersten und letzten im Publikum zu
packen vermochte.
Ohne Starallüren und fast pünktlich auf
die Minute legte Mr. Idol zusammen
mit seiner vierköpfigen Band los: Super
Overdrive vom aktuellen Album
Devil`s Playground läutete den Abend ein.
Irgendwie wirkte Billy in
Natura bedeutend jünger, wilder und
durchgedrehter, als auf sämtlichen
Bildern. Während sich andere Rockstars
seines Kalibers unnahbar und arrogant präsentieren,
markierte Billy den Typen
von nebenan. Er warf unzählige von ihm
und der Band unterschriebene Plastikteller
ins Publikum, Drum-Sticks, Plektren, live
signierte Wasserflaschen,... Dazu suchte
er immer wieder den Augenkontakt zu Leuten
im Publikum und sprach sie mit seinen
Songs direkt an!
A propos Songs: Sämtliche Klassiker
fanden den Weg auf die Setlist. Dies
bedeutete so viel wie: Rebel Yell,
White Wedding, Hot
In the City, Dancing With
Myself, Flesh For Fantasy,...
und als eine von mehreren Zugaben eine
endlos lange Version von Mony,
Mony! Dennoch kamen auch die
aktuellen Songs von Devil's
Playground nicht zu kurz. Rat
Race, Cherie, Scream,
usw. Daneben stellte er mit den abgeänderten
Texten immer wieder eine gewisse Aktualität
her: Die L.A. Woman der Doors
wurde kurzerhand zur "Zürich
Woman", Randy Newmans
Louisiana wurde mit Bush-Lyrics
aufgemotzt und Hot In the City wurde
zu "Hot in Zürich tonight"
umgetextet. Während andere Musiker fürs
Vortragen eines Weihnachtssongs anfangs
Dezember gesteinigt würden, so hatte Yellin'
At the Christmas Tree nur noch
Stil!

Doch ein Sänger ist ohne die passende
Band im Hintergrund nur halb so viel wert.
Dessen war sich auch Billy bewusst
und aus diesem Grund scharte er kurzerhand
die wohl fähigste und motivierteste
Truppe um sich, die sich momentan herum
treibt. Brian Tichy am
Schlagzeug, Stephen McGrath
am Bass, Derek Sherinian am
Keyboard und selbstverständlich einen der
besten, schnellsten und extravagantesten
Gitarristen: Steve Stevens!
Was insbesondere Stevens aus
seiner Gitarre im mehrminütigen Solo zu
zaubern vermochte, liess so manchen im
Publikum erstaunt den Kopf schütteln oder
vor Ehrfurcht erstarren. Die
Fingerfertigkeit von Stevens war
schlicht und ergreifend unfassbar und überirdisch!
Billy Idols Konzert in
der Maag Eventhall darf ohne zu übertreiben
als eines der absoluten Konzerthighlights
dieses Jahres bezeichnet werden. Einziger
Wehrmutstropfen: Gebt dem Jungen nächstes
Mal ein Stadion oder eine Halle zur Verfügung,
die seiner Show gerecht wird. Von der
Akkustik her überzeugte die Maag
Eventhall zwar sehr, die Platzverhältnisse
liessen aber zu wünschen übrig. Zumal
die Halle innert kürzester Zeit
ausverkauft war. Nun ja, wer sich
rechtzeitig die Tickets gesichert hatte
konnte froh sein, so gabs Billy
Idol beinahe hautnah und im
familiären Rahmen... |
|
|