The
Devil´s Playground Tour„Kinder
haltet eure Eltern fest! Billy
Idol is back!“
25.11.05
„Irgendwie bin ich nervös.
Ich habe keine Ahnung wie ich
mir das Konzert vorstellen
soll. Meine einzigen Konzerte
beliefen sich gerade mal auf
ein André Rieu und ein Modern
Talking Konzert, aber ein
Rockkonzert?! Es ist immerhin
nicht irgendein Konzert,
sondern ein Konzert das
Hardrock mit Punk
verbindet.“ (Tagebuch
Eintrag vom 25.11 um 8.15h)
Auf dem Schützenplatzparkplatz
fanden wir eine Möglichkeit
unserer Auto abzustellen. Ich
weiß zwar nicht genau was ich
für eine Altersklasse
erwartet hatte, aber Menschen
im Alter von sechszehn bis
fast siebzig Jahren da
anzutreffen war für mich
schon faszinierend. Unter
ihnen befanden sich auch
reichlich billige Billy Idol
Verschnitte. Die einzige Ähnlichkeit
die sie mit ihrem Idol hatten,
war wohl die ungefähr gleiche
Faltenanzahl in ihren
Gesichtern, die Lederklamotten
und die ultra blond gefärbten
Haare. Eigentlich hätte an
diesen
Ich-seh-aus-wie-Billy-Idol
Verschnitten nur noch das
Schild „Made in Taiwan“
gefehlt. Aber das gehört wohl
zu einem Konzert dazu.
In der AWD – Hall war ich
bisher nur ein einziges Mal
gewesen und zwar zu Holiday on
Ice. Aber die AWD - Hall hatte
sich in eine stattliche
Konzerthalle verwandelt. Man
konnte entweder auf der Tribüne
Platz nehmen oder sich direkt
vor die Bühne stellen. Da wir
aber auch noch was sehen
wollten, entschieden wir uns für
die Tribünen und dank den
Klappsitzen war genug Platz
zum mit tanzen geschaffen.
Vereinzelt sah man sogar ein
paar gealterte Punks rum
laufen.
20:05 Uhr erlosch das Licht in
der Konzerthalle und begann
das Publikum zu jubeln.
Schemenhaft konnte man die
Kontur von Billy Idol auf der
dunklen Bühne wahr nehmen,
bevor er sein erstes Lied
schmetterte. Er ließ es sich
nicht nehmen seine Band
vorzustellen und neben bei ein
paar Witze zu reißen. Mit
jeder Sekunde die verging
wurde das Konzert immer
besser. Obwohl es einige
Tanzmuffel gab, nickten sie
doch alle mit dem Kopf zum
Takt.
Manche Lieder hatten soviel
Bums, dass ich das Gefühl
hatte, dass mir ein
Presslufthammer auf der Brust
sitzt. Aber das hielt mich
nicht vom tanzen ab. Ich war
so hin und weg von dem
Konzert, dass ich teilweise
vergessen hatte zu atmen. Erst
als meine Lunge begann zu
brennen merkte ich, dass ihr
Sauerstoff fehlte.
Billy Idol und Steve Stevens
lieferten eine geile Show ab.
Jedes Bandmitglied brachte mit
seinem Instrument ein Solo,
dass einem vor Staunen die
Kinnlade auf den Boden
knallte. Während eines Liedes
tauschte der eine Schlagzeuger
mit einem anderen, weil er
nicht mehr spielen konnte. Vor
manchen alten und neuen
Liedern erzählte Billy Idol
Short Stories, wie es zu dem
Song kam, worum er handelt
oder weshalb er in einer
deutschen Serie nicht gespielt
wurde. Nebenbei signierte Idol
alles was man ihm auf die Bühne
warf und als er dann anfing
sein Oberteil auszuziehen
tobte der Saal. Erst zeigte er
immer nur ein Stück von
seinem gestähltem Bauch, doch
das Publikum jubelte und grölte
immer lauter je höher er sein
T- Shirt zog. Das dabei entblößte
Six-Pack heizte das Publikum
noch mehr an. So eine geile
Figur hatte niemand erwartet,
sodass ich schon mit dem
Gedanken gespielt habe nicht
doch irgendwann mal ein
Groupie zu werden.
Als das Konzert langsam dem
Ende zu ging, war das ganze
Publikum so aufgeheizt, dass
man das gedonner der tanzenden
Füssen spüren konnte. Ich
war so ausgelassen, dass ich
das Gefühl bekam meine
Eingeweide müssten sich
gleich den Weg nach draußen
bahnen. Mit dem letzten Lied
begann die AWD – Hall zu
beben. „Rebel Yell“ schlug
ein wie eine Bombe.
Die Zugaben wurden durch
Gitarren und Schlagzeugsolos
in eine unglaublich schöne Länge
gezogen. Zum Abschluss warf
Billy Idol noch ein Paar
signierte Sticks ins Publikum.
Bedankte sich bei seiner Band,
die ein mega Applaus vom
Publikum bekam. Doch den
lautesten und bebensten
Applaus bekam ein strahlender
Billy Idol.
Dieses Konzert war der
absloute Hammer und teilweise
besser als Sex (^ _ -)!