Kurz vor sieben Uhr ist rund um den
Hamburger Stadtpark die Hölle los.
Parkplatz? Fehlanzeige. Die Polizei
versucht hier und da noch Parksünder
der extremen Art aufzuhalten, sperrt
schließlich ganze Straßenabschnitte ab.
Grund für dieses Chaos ist die wohl
populärste Oberlippe des Showgeschäftes:
Billy Idol stattet der Hansestadt einen
Besuch ab und versetzt den Generationen-Mix
in Ekstase.
Schnell füllt sich der Park und dicht
an dicht gedrängt fiebern Billys Anhänger
in tropischer Hitze der Show entgegen.
Punkt 20 Uhr stürmt der Altmeister des
Rocks die Bühne und sorgt für
erstaunte Gesichter "Wird der Mann
nicht älter?". In der Tat, der
Blondschopf strotzt nur so vor Kraft und
Energie und macht in seinen engen
Lederklamotten, dem Nietengürtel und
Muskelshirt immer noch eine äußerst
appetitliche Figur.
Grund genug auch für die älteren,
vorwiegend weiblichen Kaliber ihren
Sopran in schwindelerrengende Höhen zu
schrauben. Da ich so ein
schrei-freudiges Exemplar neben mir
stehen habe, bin ich schnellstens mit
den ersten Anzeichen des Tinnitus
vertraut.
Kaum legt die 80s-Legende los, sind die
Fans auch nicht mehr zu halten und ein
bunter Mix aus neueren Songs und
Klassikern lässt die Mähnen kreisen.
"White Wedding, "Flash For
Fantasy", "Eyes Without A
Face" - das volle Programm. Billy
genießt die absolute Huldigung durch
seine Fans sichtlich und revangiert sich
mit ausführlichem Abklatschen,
Autogramme schreiben und erstklassiger
Soundqualität.
Als er dann in alter Manier sein Hemd
langsam auszieht, scheint die eh schon
aufgehitzte Stimmung überzukochen.
Grund genug für Mister Idol seinen
Besuchern Wasserflaschen auszuteilen.
Zum Cool Down gibt es dann eine Akustik-Version
von "Sweet Sixteen" und sorgt
für sehnsuchtsvolle Blicke und
Erinnerungen.
Schließlich verrät der Sänger, dass
ihn das klasse Hamburger Wetter nicht
ganz uninspiriert lässt und spontan
gibt es eine rockige Version des
60s-Klassiker "In The
Summertime". Natürlich darf der Übersong
"Rebell Yell" auch heute Abend
nicht fehlen und aus hunderten Kehlen tönt
es "In The Midnight Hour She Cried
More, More, More..."
Doch Billy wäre nicht Billy, gäbe es
nicht noch gebührende Zugaben, darunter
auch "Jump" und "Hot In
The City", was kurzerhand zu
"Hot in Hamburg" umgetauft
wird.
Nach gut zwei Stunden läutet the Idol
die letzte Runde ein, verabschiedet sich
von dem euphorischen Publikum, das ihn
frenetisch feiert und noch lange hallen
viele "Rebell Yells" durch den
Hamburger Stadtpark.
Ein gelungener Abend!
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